Was passiert beim Eheseminar?

Dass wir kirchlich heiraten wollen, war für uns eigentlich von Anfang an klar. Auch wenn wir nicht unbedingt diejenigen sind, die jeden Sonntag in der Kirche sitzen, gehört das für uns einfach dazu. Um kirchlich heiraten zu können, mussten wir uns für das Eheseminar anmelden. Ich war ziemlich skeptisch, was man da einen ganzen Tag lang macht – doch am Schluss war es eigentlich sehr nett. Deshalb habe ich zusammengefasst, wie es bei uns abgelaufen ist.

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Es gibt mehrere Arten des Eheseminars, die sich thematisch und in der Länge unterscheiden. Wir haben uns für eines entschieden, das den ganzen Samstag dauert, dann aber erledigt ist. Es hätte auch zum Beispiel mehrtägige gegeben, wo man jeden Tag nur zwei Stunden hat. Praktischerweise haben wir auch eines gefunden, welches nur ein paar Kilometer von uns entfernt stattfand.

Unser Eheseminar hat ein Ehepaar geleitet, die in ihrer Pfarre wohl sehr aktiv sind und den christlichen Glauben zwar vermitteln wollten, uns aber nicht mit der großen Moralkeule gekommen sind – so konnte sich jeder herausnehmen, was er wollte und brauchte. Insgesamt war das Seminar natürlich auf den Glauben bezogen, im Vordergrund standen aber wir als Paar. Gemeinsam mit einigen anderen Paaren haben wir Vertrauensübungen gemacht sowie Grundsatzdiskussionen geführt – welche Eigenschaften schätze ich an meinem Partner? Wie sehr vertraue ich ihm, wenn ich verbundene Augen habe? Was ist für uns in der Ehe wichtig?

Außerdem haben die beiden Seminarleiter den Ablauf der kirchlichen Trauung mit uns besprochen, was wirklich hilfreich war. Ich war in meinem Leben erst bei einer kirchlichen Hochzeit, deswegen war ich froh, dass uns jemand erklärt hat, an was man alles denken muss. So können wir uns schon vorab Gedanken machen, wie wir es gerne hätten, und können dann gezielt mit unserem Pfarrer drüber sprechen. Und das Eheversprechen können wir auch gleich üben.

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Besonders lustig fand ich folgende Übung: wir mussten Rücken an Rücken sitzen, einer hatte eine Zeichnung vor sich. Der andere musste mit Zettel und Papier diese Zeichnung so gut wie möglich nachzeichnen, aber ohne das Original zu sehen. Der Partner, der das Original in der Hand hat, musste also dem anderen möglichst detailliert beschreiben, was zu sehen ist. Bei uns ist das im ersten Durchgang ziemlich schiefgegangen, weil ich nicht nur nicht zeichnen kann, sondern auch noch eine Rechts-/Links-Schwäche habe und außerdem den Zettel verdreht gehalten habe. Beim zweiten Mal hat’s dann aber gut funktioniert und war wirklich lustig.

Prinzipiell hat das ganze Seminar Spaß gemacht, obwohl ich anfangs sehr skeptisch war. Aber gemeinsam mit dem Partner Übungen zu machen, die uns unterstützen und uns beweisen, warum wir eigentlich so perfekt zusammenpassen, ist wirklich etwas Schönes. Ich bin froh, dass man bei den stressigen Vorbereitungen auch dazu gezwungen wird, sich Zeit für einander zu nehmen.

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